03. Mai 2014 - 16 Uhr Westentor/Kampstraße - Dortmund

PM: Euromayday Ruhr: Tanzen, Politik und Spaß zum 5-Jahres-Jubiläum mit 500 Teilnehmer_innen

Posted: Mai 5th, 2014 | Author: | Filed under: 2014 | 2 Comments »

Der Euromayday Ruhr hat am vergangenen Samstag zum fünften Mal im Ruhrgebiet stattgefunden, dieses Jahr wieder in Dortmund. Er verbindet Tanzen und Politik, Musik und Spaß und hat in diesem Jahr wieder etwa 500 Teilnehmer_innen angelockt. Inspiriert ist die Demonstrations-Parade durch die Proteste in Mailand, wo vor etwa fünfzehn Jahren erstmals am 1. Mai eine solche Parade der Prekären gefeiert wurde. Dort wie hier stehen nicht, wie sonst am 1. Mai üblich, die klassischen Arbeitnehmer_innen-Probleme und die Politik der Gewerkschaften im Vordergrund. Vielmehr werden die Probleme und Forderungen derjenigen in prekären Lebens- und Arbeitsbedingungen thematisiert und Alternativen aufgezeigt. Da dazu die klassische Demonstration mit langatmigen Reden und Bratwürsten im Anschluss nicht passt, hat sich ein alternatives Format etabliert, das dieses Jahr unter dem Motto “Tanz den Verhältnissen” mit viel guter Musik und kurzen Interviews durch Dortmund zog.

“Unsere Art der Demonstration ist bei vielen Anwohner_innen und in der Innenstadt wieder gut angekommen”, so Lech Kroz, einer der Organisator_innen des Euromayday. “An der ganzen Strecke wurden unsere Flyer interessiert entgegengenommen. Viele haben am Straßenrand mitgetanzt.” Am Nordmarkt endete die Parade dann in einem großen Fest mit den Anwohner_innen, bei dem bis 21 Uhr gemeinsam getanzt und geredet wurde.

Zuvor war der Zug, der aus drei Soundsystems (Euromayday, All the Time und Netzwerk X) und einem “Sound Bike” bestand, über die Kampstraße, durch die Hansa- und Leopoldstraße, am Arbeitsamt vorbei und durch die Nordstadt gezogen. Interviewt wurden zu Beginn Aktivist_innen der diesjährigen Blockupy-Aktionen gegen die europäische Sparpolitik sowie das Bündnis Recht auf Stadt Ruhr, welches aktuell an einem kritischen Positionspapier zur Stadt- und Regionalentwicklung arbeitet. Vor dem Arbeitsamt wurde dann später die Intitiative “Care Revolution” vorgestellt, die in ihrem Manifest kritisiert, dass Pflegearbeit zum Spielball des Marktes geworden ist und sich an den Geschlechterverhältnissen nichts geändert hat. Eine Aktivistin von Labournet umriss daran anschließend, wie die Entwicklung des Niedriglohnsektors in den letzten Jahren zur Prekarisierung vieler Lebens- und Arbeitsverhältnisse beigetragen hat.

In der Mallinckrodtstraße zogen die Teilnehmer_innen nach einem kurzen Interview mit Aktivist_innen vom neuen Dortmunder Bündnis BlockaDO im Gedenken an den ermordeten Mehmet Kubaşık einige Minuten schweigend weiter.
Am Nordmarkt angekommen stellte ein Vertreter von Bodo die Normalität von Migration der immer wieder aufflammenden Fremdenfeindlichkeit gegenüber und sprach sich dafür aus, die Situation der Migrantinnen und Migraten zu verbessern, statt sich darauf zu beschränken, nur die Migration selbst zu verteufeln. Zum Abschluss stellten sich das Projekte free.de, das sich bereits seit über 20 Jahren für eine unabhängige und freie Kommunikationsinfrastruktur einsetzen, und der Nordpol als Treffpunkt in der Nordstadt vor.


Euromayday Ablauf und Route 2014

Posted: April 28th, 2014 | Author: | Filed under: 2014 | 1 Comment »

Der Euromayday rückt näher. Hier eine kurze Übersicht über den geplanten Ablauf des Tages.

### Achtung Infos können sich noch ändern. Letztes Update: 30.04 / 16:00
### Aktuelles am Euromayday-Tag auch über Twitter oder auch Facebook

Start ist um 16:00 am Westentor Ecke Kampstraße. Die Route (pdf) führt dann über die Kampstraße durch die Innenstadt, machen dort auch einen kurzen halt und interviewen jemanden von Blockupy, um anschließend übers Burgtor in die Nordstadt abzubiegen. Dort tanzen wir kurz dem Arbeitsamt auf den Füßen rum und sprechen mit Labournet über prekäre Arbeitsverhältnisse und hören ein paar Infos zur Care-Revolution. Dann ziehen wir über die Schützen- zur Mallinckrodtstraße. Nach einem Interview zum dann schon vergangenden Blockado Aktionstag wollen wir einer Schweigeminute vor dem Kiosk in dem Mehmet Kubaşık vom NSU ermordet wurde einlegen. Im Anschluss geht es über die Münster- und dann Lotzringstraße zum Nordmarkt. Hier findet die Abschlussveranstaltung statt bei dem wir unter anderem mit jemandem vom Nordpol sprechen wollen sowie mit Free. de über Überwachung und Bodo über die Migration. Mit viel politischer Musik und Raum den eigenen Ideen Ausdruck zu verleihen.

Musikalisch wird die Parade begleitet von einigen Soundsystems:

  • Euromayday Sound System mit
    • SupaKool Gang (Funky Party Breaks/Mashup/HipHop)
    • Julian Kruse (TechHouse/Minimal/Electroswing)
    • DJ Ece (Oriental/Euro – Mix/Klezmer, Balkan)
  • Beatplantation
  • AllTheTime Truck
    • stefan aretz (odonien_koeln)
    • podiwin ( additives farbsystem_köln)
    • andre rother (all the time)
    • sergej pribytkov (all the time)
    • thomas thomason (things.you.like)
  • Netzwerk-X  Liveband

Und wer am Ende noch Lust hat richtig feiern zu gehen der muss nur vom Nordmarkt 100 meter die Braunschweigerstraße lang, wo ab 22:00 im KCR die Partysane statt findet.

PS: Nicht vergessen, am 1.Mai heißt es Gemeinsam gegen Nazis!

PPS: Der Euromayday ist eine politische Veranstaltung, und wird als solche von der Polizei begleitet. Bitte haltet euch daher an die Auflagen die wir am Anfang verlesen werden.


(en) Euromayday Ruhr 2014

Posted: April 23rd, 2014 | Author: | Filed under: 2014 | Tags: , , | Kommentare deaktiviert

Euromayday is a colourful parade against precarious living and working conditions. It is a stage to dance your rage out and to call for a different world. It is a stage for new ideas.
Everybody is encouraged to join with actions, proclamations and to place his oder her own topics themed “Dance against…”.
In 2014 we realise that:

  • The European crises are not over, they are even getting worse.
  • the forced saving has increasingly inhuman consequences
  • more people ruin their lives under precarious working conditions and do not earn enough for a good life
  • the discussed minimum wage is too low
  • European frontier surveillance becomes increasingly brutal
  • ten years after the implementation of Harz IV the welfare recipients are more and more harrassed
  • capitalism produces more and more underdogs
  • the right wing demagogues, sexists, racists and fascists act louder and more impudently

We want something different. We want:

  • a juster distribution of society’s wealth!
  • a lived and worldwide solidarity!
  • true participation of everybody instead of symbolic politics!
  • global freedom of movement for all people and not just for those with the “right passports”!
  • affordable living space for everybody!
  • the end of all mass surveillance and the right to runa self-determined life
  • a basic income without conditions!
  • Nazis on the moon!

And for what do you want to dance for? Take part, intervene and take action in Dortmund on the 3rd of May – 4 pm Westentor (Königswall/Kampstr.).
5 years Euromayday Ruhr – Dance against the conditions! Because capitalism is still a crap!


Info 1 – Euromayday Ruhr 2014 – Tanz der Ordnungswut

Posted: April 19th, 2014 | Author: | Filed under: 2014 | Tags: , , | 1 Comment »
Am Samstag, dem 3. Mai 2014, findet der fünfte Euromayday Ruhr statt. Unter dem Motto „Tanz den Verhältnissen“ rufen die Organisator_innen dazu auf, sich an der bunten Protestparade durch die Dortmunder Innen- und Nordstadt zu beteiligen. Und auch Tanz und Musik sind Teil der Protestkultur, auch wenn die Dortmunder Polizei das anders sieht und strenge Auflagen fordert.
Der Euromayday ist keine gewöhnliche Mai-Demonstration, sondern will die eingefahrenen Pfade von Funktionärsreden, Latschdemos und Würstchenständen verlassen. Die Parade thematisiert jedes Jahr in Interviews prekäre Lebens- und Arbeitsbedingungen derer, die keine starke Lobby haben und bringt Forderungen nach einem guten Leben für alle auf die Straße.
Im Jahr der Europaparlamentswahl liegt der Fokus der Veranstaltungen auf Forderungen nach einem Ende der Spardikate in allen europäischen Ländern, aber auch auf einem Ende des tödlichen Grenzregimes an den EU-Außengrenzen. Globale Bewegungsfreiheit für alle braucht nicht nur lokale Veränderungen wie bezahlbaren Wohnraum (auch für diejenigen, die den Vermieter_innen nicht gefallen), sondern auch die Möglichkeiten der aktiven Teilhabe an einer solidarischen Gesellschaft ohne Überwachungsdruck, weder durch Ämter noch durch Geheimdienste.
Der Aufruf und das Motto des Euromayday sind dabei gewollt offen gehalten. Der Titel „Tanz den ___“ oder „Tanz der ___“ kann und wird von allen Teilnehmenden mit eigenen Ideen gefüllt, es gibt keine gemeinsame Klammer, der sich unterworfen werden muss, solange die eigene Forderung nicht die Unterwerfung anderer impliziert.
Dieser Idee nicht anschließen wollen sich die Ordnungsbehörden der Stadt Dortmund. Nachdem im letzten Jahr der Euromayday trotz überflüssiger Einschränkungen durch Auflagen, die teilweise gewalttätig durchgesetzt wurden (siehe http://euromayday.noblogs.org/post/2013/05/06/euromayday-ruhr-2013-ruckblick-und-zusammenfassung/ ), in einem friedlichen und fröhlichen Fest auf dem Nordmarkt endete, hat die Polizei in einem ersten Kooperationsgespräch, das die Organisator_innen eingefordert haben, wieder Repressionen angekündigt.
So soll die bereits mehrfach gerichtlich bestätigte Formfreiheit der Veranstaltung wieder mit der Stoppuhr eingeschränkt werden und bei der Abschlusskundgebung auf ein exaktes 50/50-Verhältnis von Rede und Musik geachtet werden. Das Ende des Euromayday soll also wie bei anderen Veranstaltungen durch trockene Reden zwangsweise herbeigeführt werden statt tanzenden Protest und Musik mit Statements als politische Äußerungen anzuerkennen.
Außerdem wurde angekündigt, die Getränkekontrollen wieder durchzuführen, die bereits im letzten Jahr zu unverhältnismäßigen Ordnungswidrigkeitsanzeigen wegen einer Flasche Bier geführt haben.
Das Organisationsteam des Euromayday lehnt diese Ordnungspolitischen Maßnahmen ab und wird gegenbenfalls juristisch gegen den Versuch der Einflussnahme vorgehen.

Aufruf zum Euromayday 2014 – Tanz den Verhältnissen!

Posted: März 21st, 2014 | Author: | Filed under: 2014 | Kommentare deaktiviert

Der Euromayday ist eine bunte Parade gegen die prekären Lebens- und Arbeitsverhältnisse. Er ist eine Plattform, um die Wut rauszutanzen und eine andere Welt zu fordern.

Er ist eine Plattform für Ideen – alle sind aufgefordert, sich mit Aktionen und Aufrufen zu beteiligen und unter dem Motto “Tanz den …!” ihre eigenen Themen einzubringen.

2014 stellen wir fest: Europas Krisen sind nicht vorbei – sie spitzen sich nur zu!

  • die Spardiktate haben immer unmenschlichere Konsequenzen
  • immer mehr Leuten arbeiten sich unter prekären Bedingungen kaputt und haben trotzdem zu wenig zum guten Leben
  • der diskutierte Mindestlohn ist zu niedrig
  • die Grenzüberwachung an den EU-Außengrenzen wird immer brutaler
  • zehn Jahre nach der Einführung von Hartz IV werden Bezieher_innen von Sozialleistungen immer stärker drangsaliert
  • der Kapitalismus produziert immer mehr Verlierer_innen
  • die Rechtspopulist_innen, Sexist_innen, Rassist_innen und Faschist_innen werden immer lauter und dreister

Wir wollen was anderes:

  • eine gerechte Verteilung des gesellschaftlichen Reichtums!
  • gelebte weltweite Solidarität!
  • wirkliche Teilhabe aller statt Symbolpolitik!
  • globale Bewebungsfreiheit für alle, nicht nur für die mit den “richtigen Pässen”!
  • bezahlbaren Wohnraum für alle!
  • Schluss mit Überwachung – für ein selbstbestimmtes Leben!
  • das bedingungslose Grundeinkommen wär’ schon mal was!
  • Nazis aufn Mond!

Und wofür tanzt ihr? Beteiligt euch, mischt euch ein, macht Aktionen! Tanz den ___

am 3. Mai 2014 in Dortmund – 16 Uhr ab Westentor

5 Jahre Euromayday Ruhr – Tanz den Verhältnissen, weil Kapitalismus immer noch scheiße ist!


Unterstützt den Euromayday Aufruf. Schreibt eine Mail an euromayday et riseup.net


Euromayday 2014 findet statt!

Posted: Februar 26th, 2014 | Author: | Filed under: 2014 | Kommentare deaktiviert

Der Vorbereitungskreis hat sich vergrößert, so dass wir beschlossen haben auch 2014 wieder einen Euromayday zur organisieren. Mehr als Plattform und weniger als zentral organisierte Veranstaltung.

Trotz allem gibt es mehr zu tun, als wir mal eben stemmen können. Deswegen werden weitere Helfer_innen dringend gesucht.

Das nächste Vorbereitungstreffen ist am Dienstag den 04. März um 19:30. Wieder im Tarante Babu.

 

 


Euromayday Ruhr 2014 – 2nd Call for Support

Posted: Januar 28th, 2014 | Author: | Filed under: 2014 | 1 Comment »

TL;DR: Ist der Euromayday 2014 noch zeitgemäß? Die Beteiligung an den Vorbereitungstreffen macht wenig Hoffnung. Wir suchen Leute die Lust haben mit zu organisieren. Sei es in der Vorbereitungsgruppe oder in ihren eigenen Kreisen. Nur wenn ihr den Euromayday 2014 mit gestaltet, wird er nochmal stattfinden. Das nächste Treffen findet am 11.02.2014 im Tarante Babu in Dortmund statt. Oder schreibt an euromayday@riseup.net wenn ihr eine Meinung habt.

>> Was bisher geschah

Der Euromayday Ruhr findet seit 2010 jährlich um den ersten Mai im Ruhrgebiet statt. Anfangs stand die Kritik an der Kulturhauptstadt im Mittelpunkt:  An der von  Marketinginteressen getriebenen Konstruktion einer Metropole Ruhr zur Identifikation, an der Instrumentalisierung einer »Kreativenklasse«, an einer elitären Organisation mit dem Hang zu überflüssigen Großprojekten. Gleichzeitig entstanden in vielen Ländern Europas Bewegungen prekär Beschäftigter und prekär lebender Menschen. Der Euromayday war dort und hier der Versuch, eine eigene Meinung zu formulieren und die Vielfalt dieser Meinungen bunt und laut auf die Straße zu tragen.

Seit 2010 ist viel passiert, der Euromayday Ruhr hat auch in den Jahren dazu aufgerufen, eigene Wünsche (»Her mit dem schönen Leben«) und Protest zu fomulieren (»Kommt nach vorne«). Eine dauerhafte Bewegung der Prekarisierten hat sich aber hier wie auch im Rest Europas, der teilweise wesentlich stärker unter den Folgen der Krise und mieser Politik leidet, jedoch nur temporär etabliert.

>> Obs noch weiter geht?
2014 stellen wir als Euromayday-Vorbereitungsgruppe die Frage, ob es noch Sinn macht, so ein Event zu organisieren. Der Tenor lautet: »Die Luft ist doch raus.« »Mit 5–10 Leuten lässt sich kein Euromayday organisieren, und die Beteiligung von anderen Gruppen mit eigenen Aufrufen und Aktionen hat beständig nachgelassen.«

Wir tendieren gerade dazu, den Euromayday nicht stattfinden zu lassen – außer es hat noch jemand Bock mitzumachen.

Gründe gibt es. Vielen gefiel das Fest auf dem Nordmarkt im letzten Jahr. Aber bringt es das, wenn nichts daraus wird? Die Auswirkungen der Krise sind in vielen Regionen dramatisch, die Prekarisierung nimmt zu statt ab, in Deutschland wächst der (Alltags-)rassismus gegen jene, die mit ihren Wünschen hierherkommen. Solidarität gibt es kaum.

>> Macht ihr irgendwas?!

Hat jemand eine Idee für eine Aktion auf dem Euromayday 2014? Lust, einen Wagen zu organisieren? Lust, Werbung zu machen, vielleicht auch abseits einer linken Subkultur? Gibt es noch jemanden, der nicht nur zum Tanzen kommen möchte, sondern auch mal für ’n paar Stunden das Sicherheitsband am LKW festhält?

Meldet euch, wenn ihr Ideen habt. Es braucht nicht nur (aber auch!) Leute, die alle paar Wochen im Vorbereitungskreis diskutieren. Auch mit Unterstützung von Gruppen, die autonom einen Wagen, einen Aufruf, einen Soli-Cocktailabend, eine Mobi-Veranstaltung oder eine kreative Aktion während der Parade machen, kann der Euromayday stattfinden. Zwei Monate Arbeit für einen lustigen Tanznachmittag, für den wir einen Aufruf schreiben, den keiner liest – darauf haben wir keinen Bock. Aber wenn ihr mitmacht, sind wir auch dabei.

Das nächste Treffen findet am Dienstag den 11. Februar im Taranta Babu in Dortmund statt.


Euromayday 2014 – Ja oder Nein? Wir laden ein.

Posted: Januar 3rd, 2014 | Author: | Filed under: euromayday | Kommentare deaktiviert

2014 startet, und schon im Dezember begann die Diskussionen im Euromayday-Vorbereitungskreis: Sollen wir’s nochmal machen oder nicht? Kommt vorbei und bringt euch ein (vor allem, wenn ihr meint, dass es sich lohnt)

Warum?

Der Euromayday soll ein Versuch sein, am 1. Mai eine andere Perspektive auf die Straße zu tragen. Die Perspektive derjenigen, die nicht vertreten werden vom Klüngel zwischen Gewerkschaften und Parteien, und auch derjenigen, die sich davon nicht vertreten lassen wollen. Es geht um diejenigen die in prekären Lebens- und Arbeitssituationen stecken, die keine Beachtung finden oder mit Absicht ausgegrenzt sind.

Dabei war und ist der Anspruch, dass der Euromayday keine kanalisierte Wut-Bürger_innen-Veranstaltung sein soll, sondern eine bunte Parade. Der Euromayday versucht mit der Form kurzer Interviews gepaart mit viel guter Musik das Konzept der Latsch-Demos zu überwinden und Protest mit Spass auf die Straße zu tragen. Dabei wurde er bisher von einem Bündnis aus Organisationen und Einzelpersonen gestaltet. Dieses Bündnis zu (re-)aktivieren ist das Ziel unseres ersten Treffens am 20. Januar 2014 im Taranta Babu.

Was war?

2013 fand der Euromayday zum vierten Mal im Ruhrgebiet statt. In Dortmund führt die Route vor allem durch die Innenstadt in den Norden, wo Arbeitsmigration, Armut aber auch der NSU-Mord thematisiert wurden. Die ausgedehnte Abschlusskundgebung auf dem Nordmarkt hat, nach einigen Auseinandersetzungen mit den Ordnungsbehörden, insbesondere Dank der musikalischen Begleitung durch die Leute von der Beatplantation viel Spaß gemacht.

Einen Bericht findet ihr hier.

Was wird?

Soll der Euromayday Ruhr nochmal stattfinden? Was lässt sich besser machen? Wo könnte man es besser machen? Wie lässt sich die Energie besser mitnehmen?

Nach ersten Diskussionen kam die Idee auf, dem Euromayday 2014 eine internationale Perspektive zu geben. Den Blick zu richten auf die Verläufe der Krisen in Europa – aber auch darüber hinaus.

Vier Monate stehen für die Vorbereitung zur Verfügung. Es gibt genug Möglichkeiten, sich auch mit Kleinigkeiten einzubringen. Habt ihr ne Meinung oder Lust den Euromayday zu gestalten?

20.01.2014 – 19 Uhr – Taranta Babu

Einen guten Start ins Jahr wünscht,
der Euromayday Ruhr Vorbereitungskreis


UmFairteilen reicht nicht!

Posted: September 12th, 2013 | Author: | Filed under: euromayday | 2 Comments »

aus einem kritischen Flugblatt zur „umfairteilen“ Demo am 14.9. in Bochum.

Wir müssen reden…

…weil Kapitalismus schon immer scheiße ist & UmFairteilen nicht ausreicht! Diese Krise macht wieder einmal deutlich, dass Kapitalismus und dauerhafter allgemeiner Wohlstand einfach nicht zusammen gehen.

Besonders Deutschland hat die Kosten und Auswirkungen der Krise lange auf andere abgewältzt. Es wird mit reichlich Stolz auf den eigenen Verzicht der nationale Standort verteidigt. Hierfür werden gerne Arbeitszeitverlängerungen, Nullrunden und andere Einschnitte in Kauf genommen.

Doch die Krise kommt auch in Deutschlang an. Nun stellen auch diejenigen, die sich der oben beschriebenen Wohlstands-Illusion über Jahrzehnte bequem hingaben fest, dass der Wohlfahrtsstaat im Kapitalismus auf Dauer keinen Platz hat.
 

Kapitalismus heißt Krise

Mitten in der Krise ruft ein UmFairteilen-Bündnis den Staat zur Hilfe, er möge Reiche höher besteuern. Es wird an die Parteien und politischen Spektren appelliert, die Hartz IV und andere Schweinereien eingeführt haben, sie mögen den Klassenkampf von oben doch etwas sozial verträglicher führen.

Dabei werden grundsätzliche Problematiken, interessante Forderungen und mögliche Handlungsweisen erst gar nicht betrachtet: Die Verteilung von gesellschaftlicher Macht, die Rolle des Staates, die Forderung nach freien Migrationsbewegungen und vor allem mögliche Widerstandsformen gegen Verarmung und eine autoritäre Krisenpolitik!

Der ständige brutale Angriff und die Zerstörung sozialer Garantien und demokratischer Rechte hat vor allem zum Ziel das System Kapitalismus zu sanieren um dessen vorherige Leistungsfähigkeit wieder herzustellen. Daran ändert auch eine Vermögenssteuer nichts.

Wir müssen handeln…

…weil wir es unerträglich finden, denjenigen die Wähler*innen zu organisieren, die Hartz IV & Co eingeführt, Kriege begründet, das Asylrecht abgeschafft haben und alles dafür tun, den Kapitalismus zu sanieren.

Unsere Ansätze gehen in eine andere Richtugn. Wir wollen soziale Kämpfe gegen eine Verarmungs- und Privatisierungspolitik europa- und weltweit solidarisch zu führen und miteinander solidarisch zu handeln.

Dazu sollten wir uns öffentlich Plätze wieder aneignen, sie besetzen, Zwangsräumungen verhindern, Stromsperren umgehen, Großdemonstrationen, Selbstverwaltung- und Selbsthilfe organisieren, die Forderung nach einem bedingungslosen Grundeinkommen laut werden lassen, eine solidarische Ökonomie und Generalstreik praktisch werden lassen.

Umverteilen reicht nicht – lasst uns handeln


Euromayday Ruhr 2013 – Rückblick und Zusammenfassung

Posted: Mai 6th, 2013 | Author: | Filed under: 2013, euromayday | 2 Comments »

„Kommt nach vorne!“ – unter diesem Motto fand am Samstag, den 04. Mai, der Euromayday Ruhr 2013 statt. Etwa 700 Teilnehmer_innen waren dem Aufruf gefolgt und haben auf der bunten Parade ihrem Frust Luft gemacht und Forderungen nach einem besseren Leben auf die Straße gebracht. Gemeint sind mit dem Motto all diejenigen, die sich in unsicheren Lebens- und Arbeitsbedingungen befinden, die oft Unsichtbaren unserer Gesellschaft.

Die Parade zog am vergangenen Samstag bei sonnigem Wetter und mit guter Stimmung vom Dortmunder U durch die Kampstraße, um dann nach einem Schwenk durch die Dortmunder Nordstadt in einem Fest auf dem Nordmarkt zu enden.

Auf der Strecke wurden viele unterschiedliche Aspekte von unsicheren Lebens- und Arbeitsbedingungen in kurzen Interviews thematisiert. Den Anfang machte Bastian Pütter von Bodo e. V., der die Probleme der Arbeitsmigranten und -migrantinnen aus Südost-Europa erläuterte. Er berichte von den Anfeindungen und Vorurteilen, die diesen Menschen immer noch entgegengebracht werden. „Es gab erhebliche Kritik, als zum ersten Mal Menschen, die dieser Gruppe zugeordnet wurden, die Bodo-Straßenzeitung verkauft haben“, berichtet Pütter. So wird die Diskriminierung, die viele Menschen in der Heimat erfahren, hier fortgesetzt und ein Mangel an Hilfsangeboten verhindert, dass die Situation der Menschen sich hier verbessert. Eines dieser Hilfsangebote, die Kana Suppenküche, war ebenfalls beim Euromayday vor Ort. Im Interview beschrieb ein Vertreter, wie in den vergangenen Jahren und seit Ausbruch der Finanzkrise die Zahl der Menschen, die die Suppenküche aufsuchen, stetig anstieg. „Insbesondere zum Monatsende, wenn bei vielen das zu knapp bemessene Hartz-IV-Geld aufgebraucht ist, sind viele auf die Suppenküche angewiesen“, so einer der Organisatoren der Küche. Wunsch der Organisator_innen ist aber nicht eine bessere Ausstattung der Hilfsangebote, sondern vielmehr eine bessere Ausstattung und Unterstützung für die Hilfsbedürftigen selbst, so dass langfristig eine Suppenküche nicht mehr nötig wäre.

Beim ersten Stopp vor der Commerzbank auf der Kampstraße gab es ein Interview mit Blockupy, einer Gruppe, die zu Protesten gegen die Krisenpolitik in Europa aufruft und für den 30. Mai und 01. Juni Blockaden und Veranstaltungen in Frankfurt am Main plant.
Ebenfalls an der Kampstraße interviewt wurde eine Mitarbeiterin von Madonna e. V., die in Bochum mit Prostituierten arbeitet und seit langem die Entwicklung um den Dortmunder Straßenstrich verfolgt. „Die Arbeitsbedingungen für Prostituierte in Dortmund haben sich seit der Schließung des Straßenstrichs erheblich verschlechtert“, betont die Mitarbeiterin. „Statt des festen Ortes, an dem sich auch Hilfsprojekte etabliert hatten, sind die Frauen nun wieder in Hinterzimmern den Freiern und Zuhältern vollständig ausgeliefert.“

Der letzte Stopp der Demonstration fand auf der Mallinckrodtstraße statt. Vor dem Kiosk, in dem 2006 Mehmet Kubaşık von den Rechtsterroristen des NSU umgebracht wurde, wurde eine Antifa-Aktivistin interviewt. Sie begrüßte, dass die Stadt etwa einen Gedenkstein auf der Mallinckrodtstraße installiert hat, kritisierte aber gleichzeitig, dass beispielsweise der Mord an Thomas „Schmuddel“ Schulz durch den Neonazi Sven Kahlin immer noch nicht als rechte Gewalt anerkannt ist. Der Stadt Dortmund warf sie vor, antifaschistische Arbeit, die schon seit vielen Jahren auf die Gefahr von Rechts hinweist, weiterhin zu behindern, wie etwa am 1. Mai, als eine antifaschistische Demonstration zwei Stunden lang von der Polizei gegängelt wurde. Im Anschluss an das Interview setzte der Zug mit einer Schweigeminute für Mehmet Kubaşık seinen Weg fort.

Am Nordmarkt angekommen, kam noch eine Vertreterin der Nordstadt-Initiative Nordpol zu Wort. Diese Initiative versucht gerade, im Dortmunder Norden ein alternatives Veranstaltungszentrum zu etablieren.

Begleitet wurde die Parade von vier Sound-Systems: Wagen, die mit unterschiedlicher Musik für gute Stimmung auf der Euromayday gesorgt haben. Neben einem Euromayday-Bündniswagen war die Beatplantation aus Oberhausen mit einem eigenen Wagen unterwegs. Eine Live-Band aus dem Umfeld des Netzwerk-X unterhielt von der Ladefläche eines Transporters mit experimenteller Musik. Zum ersten Mal dabei war auch ein nicht‑motorisiertes Soundsystem, organisiert von der VeloKitchen Dortmund, das auf zwei Fahrrädern für gute Stimmung sorgte.

Für einen negativen Beigeschmack bei der gesamten Veranstaltung sorgte lediglich die Polizei, die in Dortmund nach dem Motto „Demonstrieren darf keinen Spaß machen“ zu agieren scheint. Die allseits gute Stimmung wurde wiederholt durch die Suche der Polizei nach Alkohol konsumierenden Gästen getrübt. In diesem Zusammenhang kam es in einer Seitenstraße zu einem erschreckenden Vorfall. Fernab der Kameras, die die Veranstaltung begleiteten, wurden zwei Menschen von einer Gruppe Polizisten ohne Vorwarnung verprügelt und aus sehr kurzer Entfernung mit Pfefferspray besprüht. Die Betroffenen mussten mit Verdacht auf Knochenbrüche und Augenverletzungen ambulant behandelt werden. „Dass die Polizei die medizinische Erstversorgung engagierten AnwohnerInnen und Passant_innen überlassen hat, ist ein Skandal“, so Stefanie Köppler, Mitorganisatorin des Euromayday.
Während der Rest der Stadt ein kühles Bier bei strahlendem Sonnenschein mit Fußballvorfreude verbinden konnte, war es den Teilnehmer_innen des Euromayday unter Strafandrohung untersagt, eben das zu tun.

Dennoch ließen sich die Teilnehmenden die Stimmung durch die Polizei nicht verderben und genossen Sonne, Politik und gute Laune auf dem Euromayday 2013. Bis 22 Uhr verweilten die Teilnehmer_innen der Parade noch auf dem Nordmarkt und feierten zusammen mit Anwohner_innen – nicht ohne weiterhin die Transparente und Plakate hochzuhalten. Demonstrieren kann eben doch Spaß machen!